Chronik KEL-Wanderfahrer

Der Wandersport wird seit der Taufe der ersten 10 Boote am 21. Juni 1950 betrieben. Er entwickelte sich trotz der damaligen primitiven Verhältnisse sehr schnell. Nach zwei Jahren waren es schon über 60 Wanderboote, die regelmäßig für schöne Wasserwanderungen genutzt wurden. Schon im Gründungsjahr ist die erste große Urlaubsfahrt auf der Weser durchgeführt worden. Damals wurden die Boote noch mit Lkws transportiert. Für die jungen Wanderfahrer war das schon die Erfüllung ihrer Träume. In den nächsten Jahren folgten noch viele schöne Urlaubsfahrten, die für lange Zeit ein sehr beliebtes Gesprächsthema blieben. Das romantische und dabei doch sehr abwechslungsreiche Leben auf dem Wasser mit Zelt und seit einigen Jahren auch mit dem Wohnwagen ist für junge Menschen eine willkommene Erholung. Für einige Kanuten gilt das bis ins hohe Alter.


Der Umzug von Zechenplatz zur Losheide brachte viele Erleichterungen, was zu einem starken Aufschwung des Kanuwanderns führte. Immer mehr Boote nahmen an den Urlaubsfahrten teil. Es wurden jährlich mehrere Urlaubsziele im In- und Ausland angefahren.


Die Einführung der stabilen und leichteren Polyesterboote, die man besser auf den Pkws transportieren konnte, führte schließlich zur wesentlichen Erweiterung des Wandersportbereiches der Kanuten Emscher-Lippe. Nunmehr konnten viele kleinere Flüsse befahren werden.


Die vom langjährigen Jugendwart Fritz Jansik aktivierte Jungend wurde nahtlos, auch bereits einige Zeit vor dem Erwachsensein, von erfahrenen Wanderfahrern, an deren Spitze viele Jahre der 1. Wanderwart Rolf Pokovec stand, in die Fähigkeiten zur Bewältigung von leichtem bis schwerem Wildwasser eingeführt. Der Erfolg dieser guten Zusammenarbeit von Jugend-. und Erwachsenenwandersport läßt sich nicht zuletzt an den Teilnahmen der Wanderfahrer an den Bezirksurlaubsfahrten des DKV im süddeutschen und österreichischen Raum ablesen, wo die Befahrung von Wildbächen im Vordergrund stand.


Neben diesem Wandersportbereich etablierte sich über viele Jahren zunehmens der Bereich der Kanurallyes in unserem Verein. Die seit vielen Jahren im Rahmen des Kanalfestivals durchgeführte Kanalrallye hat hierfür nicht unerhebliches Interesse im Bereich der Wanderfahrer ausgelöst.


Der vor einigen Jahres aus gesundheitlichen Gründen erfolgte plötzliche und gleichzeitige Rücktritt der erfahrenen Fachwarte aus dem Jugend- und Wanderbereich hat seinerzeit zu tiefen Rückschlägen in diesen Bereichen geführt. Nicht zuletzt dem erheblichen Engagement der Nachfolger ist es zu verdanken, daß im Jugend- und Erwachsenenwandersport ein neuer Anfang gemacht werden konnte. Die in den letzten Jahren forcierte Übertragung verschiedener Verantwortungsbereiche auf die ehemalige Vereinsjugend hat bereits zu sehr positiven Entwicklungen im Wandersport geführt, so daß die Erwartungen auf eine intensivere Popularisierung dieses Bereichs des Breitensports nicht zuletzt auch bei der Bevölkerung außerhalb des Vereins gerechtfertigt scheinen.


Die große Anzahl der erworbenen Wanderfahrerabzeichen in Bronze, Silber und Gold sind ein Beweis für die in den letzten 50 Jahren entwickelten Aktivitäten des Vereins im Wandersportbereich. Die Gesamtkilomterzahl aus den seit 1950 gesammelten Fahrtenbüchern für den Bereich Wandersport beträgt über 1 Million Kilometer, die auf vielen kleinen und großen Gewässern in Europa von Wanderfahrern des KEL mit ihren Booten zurückgelegt wurden. So ist es nun schon keine Seltenheit mehr, wenn im Fahrtenbuch der Wanderfahrer Namen von Gewässern aus der gesamten Bundesrepublik, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Schweden, Ungarn erscheinen.


Unter den Mitgliedern des Vereins befinden sich im Jubiläumsjahr 2 Inhaber des Globus-Abzeichens, d.h. dass sie mindestens 1-mal um den Erdball - also 40.000 km - gepaddelt sind. Im Jahr 2000 blicken diese beiden aktiven Kanuten auf inzwischen jeweils mehr als 50.000 gepaddelte Kilometer zurück.


letzte Änderung 27.01.2011